Sammelsurium
Valentin, oh Valentin....
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- Kategorie: Sammelsurium
- Erstellt am Sonntag, 05. Februar 2012 09:52
- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 11. Februar 2012 06:45
- Veröffentlicht am Sonntag, 05. Februar 2012 09:52
- Geschrieben von Martina Yaman
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Früher war es ja relativ einfach, sich globale Stolperfallen in Form von leicht zu übesehenden „Gendenktagen“ zu merken: da war der Muttertag (auf den man schon wochenlang vorher in der Schule hingewiesen wurde) und ansonsten ging nur die Oma am Totensonntag in die Kirche. Alle anderen Gedenk- und Geschenktage waren allgemein und für jeden und so vor dem Vergessen geschützt - sieht man mal von Geburts- Jahres- und Hochzeitstagen ab, aber für die ist ja nach wie vor jeder selbst verantwortlich.
Wann habe ich das erste Mal vom Valentinstag als Zwangsbeglückungstag für Ehe- und Liebespaare, Lebensabschnittsgefährten und ähnliches gehört? Ich glaube, es kam zeitgleich mit dem Halloween-Hype, der im Herbst eine umsatzschwache Lücke im Geschäftsjahr füllen soll, genau wie der Valentinstag notleidenden Blumenhändlern und Juwelieren über die schwere Zeit zwischen Weihnachten oder hier in der Türkei Silvester und Muttertag helfen soll.
In meiner Schulzeit, speziell in der 6. Klasse, als wir eine brieffreundbegeisterte Englischlehrerin hatten, gab es die erste Blütezeit des Valentinstagsbrauchs, den unsere englischen Brieffreunde in unserer Klasse auslösten: An diesem Tag, erklärte mir meine Brieffreundin Shirley (sie kann auch anders geheißen haben, das habe ich vergessen, aber Shirley ist so schön „british“), bekäme man Briefchen oder kleine Blumensträußchen von heimlichen Verehrern (oder Verehrerinnen). Ohne Namen, versteht sich. Und ohne bestehende Beziehung, denn der gute alte Valentin war der Schutzpatron der heimlichen Liebe!
Medien und Werbeleute sind schon geraume Zeit der Meinung, Valentin sei der Schutzpatron der Schmuckhersteller und Floristen, in der Türkei auch insbesondere der Bügeleisen- und Staubsaugerfabrikanten. Im Prinzip wird durch die Werbung nur suggeriert: kauf was! Irgendwas ! Nur so zeigst Du Deine Liebe! Während der anderen Hälfte der Liebesbeziehung suggeriert wird, dass die Wertschätzung der eigenen Person mit dem Preis des Präsents steigt - obwohl man sicher lieber ein liebevoll arrangiertes Picknick im Wohnzimmer als den neuesten Superduper-Elektronik-Staubsauger aus dem Kaufhaus hätte...
Überhaupt treibt das „Tag der/des Irgendwas“ in der Türkei skurrile Blüten: da gibt es den „Öğretmenler günü“ - den Tag der Lehrer - an dem so mancher Pädagoge große Geschenke erwartet, die er dann mit gnädiger Geste entgegennimmt. Große Boutique-Ketten locken an diesen Tagen mit fetten Rabatten für Lehrer. Und wehe dem Schüler, der nicht zumindest eine Blume oder ein selbstgemaltes Bild mitbringt....
Oder den „Gazeteciler günü“, den Tag der Journalisten, an dem vor allem der schwindenden Pressefreiheit gedacht wird, vorzugsweise mit rauschenden Partys. Die Liste der türkischen Gedenktage nimmt entspannte 2 DIN-A-4-Seiten ein, die meisten allerdings eher exotisch und nicht wirklich geschäftsmäßig zu verwurschten.
Ich geh einfach nicht hin.
Und das meine ich auch so und erwarte nicht „trotzdem insgeheim“ ein Geschenk. Denn wie bei so vielen ist die Geschichte des St. Valentin weniger durch Liebe als vielmehr von Gewalt geprägt.... nur sollen eben die von ihm geschlossenen Ehen unter einem guten Stern gestanden haben. Nichtsdestotrotz wurde er enthauptet und wurde so zum Märtyrer. Übrigens hat die katholische Kirche selbst den Valentinstag schon 1969 aus dem Kalender der Gedenktage gestrichen. Der Grund dürfte allerdings nicht die bekannte Abneigung der katholischen Kirche gegen unkeusche Liebende sein, sondern ganz einfach die Tatsache, dass es „DEN“ Valentin nicht gegeben hat. Die Geschichtsschreibung kennt deren drei, die zu einem „Schutzheiligen der Liebenden“ verkocht wurden.
Für mich gilt deswegen: Valentinstag?
Geh ich nicht hin.
auf Regen folgt Sonne....
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- Kategorie: Sammelsurium
- Erstellt am Montag, 09. Januar 2012 18:55
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Januar 2012 09:10
- Veröffentlicht am Montag, 09. Januar 2012 18:55
- Geschrieben von Martina Yaman
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Nach tagelangen Stürmen, die das öffentliche Leben quasi lahmgelegt hatten, schien heute endlich wieder mal die Sonne...
Bäh, Schmuddelwetter
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- Kategorie: Sammelsurium
- Erstellt am Sonntag, 01. Januar 2012 16:32
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Januar 2012 09:10
- Veröffentlicht am Sonntag, 01. Januar 2012 16:32
- Geschrieben von Martina Yaman
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Heute war zum ersten Mal seit Jahren Neujahr verregnet... im letzten Jahr haben wir bei strahlendem Sonnenschein einen Ausflug in die Gökbel Yayla gemacht, um ein bisschen Schneeluft zu schnuppern. Dieses Jahr war einer dieser Tage, die ich in Deutschland schon so gehaßt habe: es wird einfach nicht wirklich hell, der Asphalt ist tiefschwarz und die Wolken fangen quasi am Balkon des Nachbarhauses schon im 2. Stock an... Da hilft eigentlich nur eins: Vorhänge zu, Klima auf 28 Grad, Maronen in den Ofen und nen heissen Tee dazu. Ab morgen soll dann wieder die Sonne scheinen bei muggeligen 18 Grad. Da hat man dann vielleicht wieder Lust auf die ersten Erdbeeren... obwohl: bei 10 Lira pro Kilo muss es schon wärmer als 18 Grad sein....zum Beispiel so wie Mitte Dezember beim Weihnachtsmarkt: 25 Grad und strahlender Sonnenschein: da hätten Erdbeeren besser gepasst als der (zugegebenermaßen leckere) Glühwein....

Ein neues Buch, ein neues Jahr
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- Kategorie: Sammelsurium
- Erstellt am Sonntag, 01. Januar 2012 13:33
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Januar 2012 09:10
- Veröffentlicht am Sonntag, 01. Januar 2012 13:33
- Geschrieben von Martina Yaman
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Ein neues Buch, ein neues Jahr
Ein neues Buch, ein neues Jahr
Was werden die Tage bringen?
Wird's werden, wie es immer war,
Halb scheitern, halb gelingen?
Ich möchte leben, bis all dies Glüh'n
Rückläßt einen leuchtenden Funken.
Und nicht vergeht, wie die Flamm' im Kamin,
Die eben zu Asche gesunken.
Theodor Fontane
Weihnachten oder was?
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- Kategorie: Sammelsurium
- Erstellt am Sonntag, 25. Dezember 2011 19:49
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Januar 2012 09:10
- Veröffentlicht am Sonntag, 25. Dezember 2011 19:49
- Geschrieben von Martina Yaman
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Man kann sich dem kaum widersetzen, auch in Alanya nicht und auch nicht, wenn wir "eigentlich" ja eine muslimische Familie sind... die Kinder bekommen das zwangsläufig mit, da insbesondere die Kinderprogramme seit Wochen, ach was sag ich, seit Monaten massivste Gehirnwäsche betreiben... da sind die Werbeunterbrechungen mit der Geschenkeflut noch das Harmloseste. Schliesslich sind die Kurzen mittlerweile alt genug zu verstehen, dass es bei uns das "richtige" Geschenk zum Zuckerfest gibt und was kleineres jeweils am Opferfest und ganz neutürkisch an Silvester. Das Argument, dass das ja wohl mehr sei als "nur" Weihnachtsgeschenke, wird dann zwar mit Schmollmund, aber ohne Widerspruch akzeptiert, es macht sogar für geschenkegeile kleine Konsummonster Sinn.
Ich hatte ja nie so wirklich was mit dem christllichen Sinn von Weihnachten zu tun, aber konditioniert wie man ist, wird man doch unbewusst leicht infiziert, das wurde mir klar, als ich gestern nachmittag auf einmal "Oh Tannenbaum" und "Morgen Kinder.... " summte. Genauso blieben die schnöden grünen Bohnen mit Bulgur dann doch stehen und mussten dem Wildgulasch mit Semmelknödel weichen. Da konnte ich dann doch nicht aus meiner Haut - was man 35 Jahre eingeübt hat, kriegt man nicht so schnell raus. Zumal ich nicht zu den konvertierten Muslimas gehöre, die schlichtweg alles besser machen wollen als alle anderen, die mit diesem Glauben geboren wurden...
Im Prinzip bin ich ja froh, dass ich den ganzen Vorweihnachtsstress nicht habe, aber wenn Weihnachten dann da ist, hat man dann doch so ein kleines bisschen Sehnsucht nach Tannenduft und Lichterglanz...



