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  • 23 May 2013

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wer ich bin...  

Martina Yaman

me and my favourite toy

Hoş Geldiniz...

dies ist mein privater Blog über das Leben und Leiden :-) als Ausländerin in der Türkei.
Seit Mai 2001  lebe ich in Alanya, bin  verheiratet und Mama von 2 kleinen Monstern (nein, im Ernst:, von 2 tollen Kindern, Selimhan und Selin). Neben der Familie beschäftige ich mich hauptsächlich damit, ein deutsches Magazin herauszugeben, etwas im Geschäft meines Mannes (Autovermietung und Reisebüro) mitzumischen, im Ausländerbeirat der Stadt Alanya zu sitzen und wenn dann noch Zeit ist, zu fotografieren.

Meine Gedanken und Bilder finden Sie hier....

   

living in Turkey

   

Meinung

Nicht mit Ruhm bekleckert

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.... haben sich in den letzten Tagen die meisten Beteiligten schon im Vorfeld des sogenannten „NSU-Prozesses“, bei dem bei der Sitzvergabe der 50 Presseplätze kein einziges ausländisches Medium - und ich schreibe hier bewusst ausländisch, nicht türkisch - zum Zuge kam.
Das Oberlandesgericht München schon nicht, das erstens keine Notwendigkeit sah, für türkische Medien einige Sitzplätze zu reservieren und sich zweitens absolut unflexibel zeigte, als sich herausstellte, dass man nicht nur in einen Fettnapf erster Qualität getreten war, sondern auch  das Akkreditierungsverfahren fehlerbehaftet war. Wie sich nämlich herausstellte, wurde Jourmalisten, die mehr oder weniger zufällig in der Woche vor der Bekanntgabe anriefen, angekündigt, dass die Akkreditierungsmail wohl „am Montag um 8 Uhr“ herausgegeben werde - und das, nachdem das Gericht in einer Pressemeldung vorab darum gebeten hatte, von Nachfragen abzusehen.

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Von Opfertieren und anderen Schnitzeln

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Das muslimische Opferfest ist gerade „überstanden“, im ganzen Land gab es wieder unzählige Verletzte zu beklagen, die türkische Presse hat den schönen Begriff „Acemi kasap“ geprägt, was soviel bedeutet wie „Metzgerlehrling“.... Zur Belustigung der Zuschauer wurden am ersten Abend des Opferfestes - alle Jahre wieder -  in den Nachrichten Szenen wie in einem Cowboyfilm gezeigt, weil verzweifelte Möchtegern-Metzger versuchen, der wildgewordenen Möchtenichtgern-Opfertiere wieder habhaft zu werden, die sich partout ihrer religiösen Pflicht entziehen wollen, und sei es durch wilde Flucht durch die Innenstadt. Verfolgt werden sie von jenen, die zwar das Geld für ein (prestigeträchtiges) Rindvieh haben, aber für den professionellen Metzger dann zu geizig waren und, den Geboten der Religion folgend, als Familienoberhaupt selbst zum Schlachtmesser greifen wollen. Das tun sie aber ungeachtet der Tatsache, dass zu Zeiten Abrahams jedes Familienoberhaupt zwingend Übung im Schlachten hatte, da man seine Köfte nicht im Supermarkt erstehen konnte.

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Was hat Syrien mit Tierschutz zu tun?

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Manchmal passiert einfach nichts, was mich so beschäftigt, dass ein Editorial draus wird (dann schreibt man meistens übers Wetter, das ist immer) - doch manchmal sind es soviele Themen, die mir unter den Nägeln brennen, dass es schwer ist, mich zu entscheiden.
So in den letzten beiden Wochen - gut, es waren nur 2 Themen, die mich - und viele andere - besonders bewegen. Allerdings setzen viele hier ganz andere Schwerpunkte. In der ersten Oktoberwoche beherrschte ein Thema die Online-Gemeinde: das neue Tierschutzgesetz, das sehr viele Verbesserungen, aber auch einige fragwürdige Punkte enthielt. Tausende gingen auf die Strassen, sehr erstaunlich in einem Land, das angeblich kein Herz für Tiere haben soll. Das geplante Gesetz, das es nicht einmal in eine offizielle Verlesung im Parlament geschafft hat, rief erstaunlicher- oder erschreckenderweise sehr viel mehr Empörung hervor als das unsägliche Abtreibungs- und Kaiserschnittverbot, das mit sehr heisser Nadel gestrickt worden war und glücklicherweise nur sehr stark modifiziert verabschiedet wurde.
Wie auch immer, der Entwurf wurde postwendend an die Kommission zurück verwiesen, was im parlamentarischen Alltag oft auch „Ablage Rundordner“ bedeuten kann.  
Und dann schlug - zum wiederholten Male - eine syrische Granate  auf türkischem Boden ein, tötete eine Mutter und ihre 4 Kinder... und zumindest für mich traten andere, weit wichtigere Ereignisse in den Vordergrund. Es ist für Deutsche relativ, sagen wir mal, ungewohnt, dass die Gefahr eines Krieges nicht irgendwo weit hinten in Absurdistan und in den Abendnachrichten, sondern gar nicht mal so weit entfernt für türkische Maßstäbe - „nur“ 1400 km von Alanya, plötzlich real wird.
Wie man hört, ist ein Großteil der Türken nicht etwa in Hurra-Patriotismus verfallen, sondern ist gegen einen Krieg mit Syrien. Er beherrscht die Medien, die Zeitungen, auch viele Blogs, Foren und nicht zuletzt Facebook.
Was Syrien mit den Tierschutzaktivisten zu tun hat? Sie haben recht: gar nichts. Sie trommeln weiter gegen ein Gesetz, das in der Form, die zu den Protesten geführt hatte, ohnehin schon längst nicht mehr das Papier wert ist, auf dem es geschrieben stand. Und das aufgrund der politischen Großwetterlage nun ganz sicher erst mal ganz unten im Stapel „Dringend zu erledigen“ gelandet ist. Zumindest scheint bei ihnen der drohende Krieg, der Tod unschuldiger Menschen (die sich genauso wenig wehren konnten wie die Tiere) nicht stattzufinden. Sicher, Tierschutz ist wichtig. Aber so richtig angemessen scheinen mir die Maßstäbe nicht zu sein, denn wenn es wirklich zu einem Krieg gegen Syrien kommen sollte, der das Land wieder in ein wirtschaftliches Chaos stürzen könnte - dann werden die zaghaften Verbesserungen der Bedingungen für die Tiere in der Türkei auch hinüber sein - denn den Tieren kann es nur gut gehen, wenn die Menschen in einem Land keine Not leiden.

Ein Video geht um die Welt...

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Seit einigen Tagen, genauer gesagt seit dem 11.September -ein denkbar (un)passendes Datum- sorgt ein Video für weltweiten Aufruhr, das aufgrund seiner "Qualität" besser dort geblieben wäre, wo es monatelang herumgedümpelt ist: in den Tiefen von Youtube, wo noch ganz andere Verbrechen gegen die Filmkunst ein unbeachtetes Dasein fristen.

Warum dieses Video nun ausgerechnet jetzt, mit offensichtlich von den Darstellern so nicht gewollten Texten unterlegt, für einen solch wütenden Aufschrei sorgt, ist mir absolut schleierhaft. Genauso schleierhaft ist mir aber auch, wie sich ein denkender Mensch von einem so dummen Machwerk so aufstacheln lässt, dass er bereit ist, anderen Menschen zu schaden. Inzwischen gehören ja insbesondere in Pakistan auch Muslime zu den Opfern. Das ist eine so verquere Eskalation (auf beiden Seiten), dass man wirklich nicht weiss, wo man da anfangen soll. Es sind immer wieder die gleichen Bilder, die gezeigt werden, eng gefasste Ausschnitte mit 3-5 schreienden, hasserfüllten Männern mit zuppeligen Bärten und schmuddeligen Turbanen, im Hintergrund weichgezeichnete Menschen, es können 10 sein oder 100 oder 1000. Wenn man sich wie ich regelmäßig intensiv mit Photoshop beschäftigt, fragt man sich schon, wie die Originalaufnahme ausgesehen haben könnte.

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Dumm, naiv oder ignorant?

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In den letzten Tagen machten wieder mehrere Vorfälle Schlagzeilen, deren „Urheber“ es doch teilweise sehr an, sagen wir mal , Landeskenntnis und Einfühlungsvermögen fehlen liessen. Nein, es geht nicht schon wieder um die Bikinschönheiten, die hatten wir ja schon. Die ersten beiden Vorfälle gingen für die Beteiligten mehr oder weniger glimpflich aus, es hätte aber auch anders enden können: zuerst fanden es zwei norwegische junge Männer eine echt tolle Idee, sich vor dem Atatürk-Denkmal zu fotografieren. Das ist ja auch soweit kein Problem, das tun täglich Touristen. Nur  meinten die beiden Jungs, es sei besonders originell, auf die Statue des Staatsgründers zu klettern und die Hosen runterzulassen - und dies zu fotografieren. Gut, es war Nacht, sie waren betrunken - aber wie ahnungslos kann man sein, um auf eine solche Idee zu kommen? Die Türken pflegen keinen sehr entspannten Umgang mit Beleidigungen von Atatürk, die beiden Norweger hatten sehr viel Dusel, dass sie nur ein Bußgeld zu zahlen hatten und umgehend abgeschoben und zur Persona non grata erklärt wurden. Auch einen jungen Dänen, der nur ein paar Tage später gegen das Denkmal urinierte, ereilte das gleiche Schicksal. Dass in der gleichen Nacht Betrunkene mit Eisenstangen ein Auto demolierten, ist da fast schon eine Marginalie.
Wie ahnungslos kann man eigentlich sein, wenn man nicht weiss, was in der Türkei Atatürk für eine Bedeutung hat - und lässt die Finger von solchen Mätzchen? Andere Länder, andere Sitten - mir doch egal, Hauptsache Party? Anscheinend schafft es Alanya nach wie vor nicht, die sogenannten „Qualitätstouristen“ anzulocken. Zumindest nicht im Juli-August.   Obwohl es für mich eigentlich unbegreiflich ist, wo jemand seine Erziehung genossen hat, der an einem offensichtlich zentralen Platz, an einer großen Statue mit jeder Menge Flaggen und Lametta, meint, sich erleichtern zu können? Aber da ist er ja in bester Gesellschaft, in Europa ist das ja selbst in Adels- und Schauspielerkreisen sehr beliebt, das Pinkeln an unpassenden Orten.

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